Städtebauliches und landschaftsplanerisches Gesamtkonzept
Die Bebauung besteht aus drei Clustern: im Süden ein nach Osten offener Hof am Dreilingsweg mit Quartierszentrum und Torbildung zum Quartier. Im Nordwesten bestehend aus drei Höfen um einen Wohnplatz und im Südosten bestehend aus zwei Höfen im Anschluss an die bestehende Bebauung an der Mooswiesenstraße. Das Konzept sieht eine Dreiteilung der Quartiersbereiche vor. Ein Nord-Süd verlaufender gliedernder Grünzug zwischen Grundschule und Bebauung im Westen bildet das zentrale Rückgrat des Quartiers und bindet den der Schule vorgelagerten Quartiersplatz an die Erholungsflächen im Norden des Quartiers an. Der Baubereich Nordwest wird in 3 kleinteiligere Baufelder unterteilt, die einen gemeinsamen Bewohnerplatz umschließen und eine mittige Verbindung vom Quartiersplatz zum Weg in die Landschaft integrieren. Ganz im Osten wird der wertvolle Gehölzbestand in einem öffentlichen Park gesichert.
Bebauungs- und Freiraumstruktur
Die Baukörper bilden offene Wohnhöfe unterschiedlicher Größe und Ausformung. Die Gebäudehöhen variieren von 3 bis 7 Geschossen. Knicks und Höhenstaffelungen der Gebäude formen weiche Baukörperkonturen und ein fließendes vernetztes Raumkontinuum, das wechselnde Erlebnisse sowohl von geborgenen Binnenbereichen als auch offenen öffentlichen Freiräumen mit weiten Blickperspektiven bietet. Gleichzeitig akzentuieren die in der Regel eingeschossigen Höhenversätze der Gebäude eine Nutzung der Dachbereiche. Das Baufeld im Südwesten integriert den 12-geschossigen Hochpunkt als wahrnehmbaren Auftakt an der südwestlichen Ecke des Quartiers. Im Übergang zur bestehenden Bebauung werden Townhouses in gestaffelter Bauweise als auskragende Kuben angeboten.
Mobilität
Die öffentliche Fahrerschließung für den MIV wird beschränkt auf die geradlinig durchgängige Ost-West Verbindungsspange als großzügiger Boulevard. Die Tiefgaragenzufahrten werden außenseitig nahe den Quartiersrändern situiert, sodass der interne Verkehr minimiert wird. Das südwestliche Baufeld erhält eine private Erschließungsstichstraße, die die Zufahrt zur Tiefgarage im Sondergebiet und die Anlieferung der Einzelhandelsflächen sichert. Die weitere Erschließung der Gebäude erfolgt über Wohnwege, die eine eingeschränkte Befahrbarkeit für Andienung und Notfahrzeuge zulässt. Die Quartiersgaragen werden zum Teil zweigeschossig ausschließlich unterirdisch situiert, um eine hohe Aufenthalts- und Wohnqualität in den Freiräumen zu sichern. In Teilbereichen werden Aussparungen zur Anpflanzung bzw. Erhaltung von Großbäumen angelegt, denen das Niederschlagswasser der Tiefgaragendecken zugeführt wird.
Nutzungskonzept
Neben den vorgegebenen Einzelhandelsflächen im Sondergebiet werden gewerbliche Flächen für Läden, Ateliers, Gastronomie und Dienstleistungen sowie Flächen für soziale und kulturelle Nutzungen in den Erdgeschosszonen entlang des Erschließungsboulevards und im Bereich des mittigen öffentlichen Grünzugs vorgesehen. Südlich angrenzend an die Haupterschließung werden die Kindertagesstätten situiert, die sich zur ruhigen Südseite bzw. Ostseite orientieren.
Immissionsschutz
Die gewählten linearen Bauformen stellen den wesentlichen Baustein des Immissionsschutzes dar. An lärmexponierten Stellen werden nach Erforderlichkeit Loggien mit Verglasung zur Schallpufferung vorgesehen. Durch die Bildung von introvertierten Wohnhöfen wird ein hoher Anteil ruhiger Wohnlagen geschaffen.
Regenwassermanagement
Die Wiesen zu den Quartiersrändern werden leicht ausgemuldet und können als Retentionsflächen das anfallende Regenwasser aufnehmen und langsam versickern lassen. Die privaten Höfe führen das Regenwasser über Rigolen dem Grundwasser zu. In den Straßenräumen werden unterirdische Linienentwässerungssysteme das Regenwasser sammeln, es teilweise den Straßenbäumen zur Verfügung stellen und teilweise flächig versickern lassen. Damit ist die flächendeckende Versickerung des Niederschlagswassers vor Ort sowie eine teilweise Verdunstung nach dem Prinzip „Schwammstadt“ gewährleistet.
Freiraumkonzept
Das Quartierszentrum im Süden bildet das Entrée zum neuen Quartier und setzt sich in einer Mischfläche mit hoher Aufenthaltsqualität fort. Hier findet nur Zufahrtsverkehr zu den Tiefgaragen und Anlieferung zum Supermarkt und angrenzenden Läden statt. Es wird über die Hauptzufahrt zum Quartier in Ost-West Richtung, mit seiner begleitenden Allee aus Großbäumen, mit der Quartiersmitte verbunden. Die Quartiersmitte ist zugleich der Vorplatz zur Schule, umrandet durch den grünen Quartiersanger und einer Grüninsel mit Sitzgelegenheiten. Der großzügige Platz wird durch einen Schattenbereich mit Bäumen und einen sonnigen Bereich vor der Schule geprägt, ist in allen Richtungen durchlässig und multifunktional nutzbar, z.B. für Veranstaltungen, Markt, Feste, etc. Der zentrale Grünanger in Fortsetzung des Quartierangers nach Norden, wird als öffentliche Grünfläche intensiv als Kommunikationsort, Spiel- und Sportbereich für alle Generationen multifunktional genutzt. Es stellt eine Verbindung zwischen Quartiersmitte und dem später geplanten Nordpark her. In der Hofgestaltung wird ein offenes Konzept mit landschaftlicher Gestaltung aus bespielbaren Rasenflächen, ökologisch angelegten Wiesen mit Baum- und Strauchpflanzungen, ‚Schwammflächen‘, Spiel- und Sitzgelegenheiten zum Aufenthalt und Kommunikation verfolgt. Die Höfe sind nahtlos miteinander und mit der umgebenden Landschaft verbunden und fügen sich in ihrer Erscheinung in dieses Gesamtbild ein. Der größte nordöstliche Cluster aus drei Höfen ordnet sich um einen kleinen Wohnplatz, als Treffpunkt und Kreuzweg der umgebenden Wohnhäuser. Während die Höfe zur intensiven Nutzung bestimmt sind, ist der westliche Rand als Übergang zur Landschaft mit Elementen wie Großbäumen, naturnahen Wiesen und wechselfeuchten Sickerflächen gestaltet. Der Randbereich der südöstlichen Höfe zwischen Neuplanung und Bestand wird analog gestaltet und mündet im Osten in dem zu erhaltenden wertvollen Baumbestand als ungestörtes ‚Wäldchen‘ mit ökologischer Funktion. Durch Vernetzung dieser landschaftlich geprägten Flächen im Quartier entsteht ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie ein guter Luftaustauschkorridor in allen Richtungen. Alle Dächer werden begrünt, teilweise extensiv, teilweise als nutzbare Dachterrassen mit Urban Gardening oder gemeinschaftliche Nutzungen. Sie werden als Retentionsdächer konzipiert, halten Regenwasser zurück und erfüllen somit ihre klimaausgleichende Funktion. Das verbleibende Regenwasser wird flächig, teilweise über Mulden versickert.

